Jahrestagung der DRFV-Fachgruppe Fahren in Wiehl

Bronzenes Wagenrad für Lenka Gotthardova – Internationale Podiumsdiskussion – Vorstand wiedergewählt

Die Fachgruppe Fahren des 1914 gegründeten Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes, dessen Vorsitzender in den 20er Jahren einst ein Benno von Achenbach war, veranstaltet einmal jährlich ihr großes Jahressymposium an wechselnden, aber immer Fahrsport-affinen Orten. In diesem Jahr war es der zum Kreis Gummersbach (Nordrhein-Westfalen) gehörende Ort Wiehl, ca. 30 Autominuten östlich von Köln gelegen und seit 2014 eine wahre Pilgerstätte für Fahrsportenthusiasten. Denn im Jahr 2014 eröffnete der Jurist und Unternehmer Siegward Tesch dort seine neu erbaute Kutschen-Remise, ein hochmodernes, dreistöckiges Museum mit über 60, ausnahmslos fahrtauglichen Kutschwagen von der kleinen Pony-Chaisse bis zur imposanten Mail Coach von Holland & Holland, dazu zahllose Accessoires und eine Gemälde- und Skulpturensammlung zum Sujet Fahrsport, die in Europa ihresgleichen sucht.

Zahlreiche Fachvorträge über Verkehrsunfälle mit Pferdegespannen und Strategien zu deren Reduzierung, eine interessante Marktstudie des Göttinger Forschungsinstituts HorseFuturePanel zu Struktur und Potenzialen des Fahrsports, vor allem aber der Themenkomplex Internationale Fahrpferdezucht, u.a. mit Vorträgen von Viggon van Beest, KWPN, Ermelo/NED, Landstallmeister Dr. Matthias Görbert, Moritzburg/Sachsen und Lenka Gotthardova, Kladruby/CZE standen auf dem Programm. Die anschließende, äußerst anregende Podiumsdiskussion mit den Referenten zum Thema „Was braucht ein gutes Fahrpferd und wer züchtet die besten?“ war das Highlight dieses dreitägigen Symposiums.

Im Rahmen des festlichen Fahrerabends am 5. November 2016 erhielt die ehemalige Leiterin des Tschechischen Nationalgestüts Kladruby, heutige Bürgermeisterin von Kladruby und Tierzucht-Dozentin an der Universität Prag das nur einmal jährlich vergebene Bronzene Wagenrad der Fachgruppe für ihre Verdienste um die Erhaltung einer klassischen Karrossierrasse und um die Förderung des internationalen Fahrsports aus der Hand des Fachgruppen-Vorsitzenden Rolf Schettler (Haltern/Westf.). Die Laudatio hielt Felix Auracher (Lauchheim/Württemberg), Vorsitzender des Fahrausschusses des deutschen Olympiade-Komitees, der in seiner aktiven Zeit als internationaler Vierspännerfahrer selbst mit Kladrubern erfolgreich war.

Bei den Neuwahlen des Fachgruppen-Vorstandes wurde der bisherige Vorsitzende Rolf Schettler, vor drei Jahren als Nachfolger von Dr. Günzel Graf von der Schulenburg gewählt, einstimmig im Amt bestätigt. Auch seine bisherigen Stellvertreter Felix Auracher, Dr. Jürgen Schwarzl und Siegward Tesch wurden wiedergewählt. Unter dem rund 60 Gästen befanden sich u.a. EQUITANA-Tierarzt Dr. Helmut Ende, Dillenburgs langjähriger Landstallmeister Bert Petersen, DRFV-Vorstandsmitglied Dr. Ute Gräfin von Rothkirch und Trach, der Vorsitzende des Förderkreises Amateur- und Berufsreitsport (FAB) Wolfgang Maus, der ehem. DRFV-Präsident Hans-Jürgen Meyer. Ein Besuch des Werksmuseums „Achse, Rad und Wagen“ der BPW Bergische Achsen in Wiehl rundeten das Programm ab.

jahrestagung1
Hochkarätige Podiumsdikussion (von links): Viggon van Beest, Selektor des Fahrpferdeprogramms des holländischen Zuchtverbandes KWPN, Lenka Gotthardova (Kladruby), Landstallmeister Dr. Matthias Görbert (Moritzburg) und die vielfache BundesChampionatssiegerin und Thüringer Fahrmeisterin Bettina Winkler mit Moderator Rolf Schettler

 

Lenka Gotthardova (M.) erhielt das einmal jährlich vergebene Bronzene Wagenrad anlässlich der Jahrestagung der Fachgruppe Fahren im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband aus der Hand des Fachgruppen-Vorsitzenden Rolf Schettler (r.) und Laudotor Felix Auracher (l.). Die langjährige Gestütsleiterin des Tschechischen Nationalgestüts Kladruby, heutige Bürgermeisterin von Kladruby und Tierzuchtdozentin an der Uni Prag wurde für ihre Verdienste um die Erhaltung der klassischen Kladruber-Rasse und um den internationalen Fahrsport geehrt.

 

jahrestagung3
Auch die größte deutsche Sammlung an historischen Kutschlampen gehört zur Kutschen-Remise Tesch in Wiehl.

(Text und Fotos: DRFV/K. Breidenbach)